15.06.2019, von M.Hinke

Ausbildung der Bergungsgruppen

Zum letzten Dienst im Frühling 2019 bekamen wir Besuch von der 2. Bergungsgruppe (B2) des THW Görlitz. Ziel der Helfer des östlichsten Ortsverbandes war es, nicht nur an einer gemeinsamen Ausbildung teilzunehmen, sondern auch einen gemütlichen Abend mit Übernachtung in Zittau zu verbringen.

Einweisung der Teilnehmer durch Zugführer M.Hinke

Nach der Anreise am Freitag wurde mit einer Theorieeinheit der Bergungsausbildung begonnen. Dabei nutzten wir die Gelegenheit, um uns zu den derzeitigen und künftigen Entwicklungen im Bereich der Bergungsgruppen und der neuen Fachgruppe Notversorgung/Notinstandsetzung auszutauschen. Anschließend gab es einen Abriss zum Thema „Abstützen und Aussteifen von Gebäuden“. Insbesondere wurde auf die Verwendung von Spezialtechnik, wie dem Einsatzgerüstsystem, dem Bausatz Ankerstab oder dem Rüstholzsatz eingegangen.

Nach dem Abendessen stellte die B2 Görlitz die Einsatzbereitschaft her. Bei einer Übung sollte sie die Suche und Rettung vermisster Personen durchführen. Ziel dieser, bei Zittauer Gruppenführern bereits bekannten Übungsvariante, ist es, nicht allein die Handlungsfähigkeit der Helfer zu testen, sondern insbesondere die Organisation der Einsatzstelle und die Kommunikation zwischen den Helfern und Führungskräften zu analysieren. In der Auswertung gab es schließlich Tipps und Hinweise für kommende Einsatzszenarien.

Nach einer mehr oder weniger kurzen Nacht und dem gemeinsamen Frühstück erfolgte der nächste Ausbildungsabschnitt: „Erstellen einer Wandabstützung mit dem Einsatzgerüstsystem“. Unser Material reicht dabei für eine Abstützung von vier Meter Höhe und zwei Meter breite. Das nivellierte Gerüst wird mit Fußplatten an die Gebäudewand angepasst und anschließend so mit der Wand verbunden, dass es bei einem Kippen der Wand nicht wegrutschen kann. Dazu nutzten wir erstmals Ankerstäbe mit Unterlegplatten und speziellen Verschraubungen. Auch der Einsatz von Spezialdübeln wurde getestet. Diese werden dann verwendet, wenn keine durchgehende Bohrung hergestellt werden kann.

Natürlich wurde der Ausbildungsdienst mit einer gemeinsame Übung abgeschlossen. THW-Gruppenführer sollen bis zu fünf Trupps führen können, was bis zu 30 Helfer gleichzeitig bedeutet. Bei der Übung waren zwei Bergungsgruppen mit voller Ausstattung und insgesamt 17 Personen unter einheitlicher Führung beteiligt.

Was war passiert? Nach einem Unglück kam es in einem Gebäude dazu, dass mehrere Personen im Erdgeschoss eingeschlossen waren. Der Zugang konnte nur über das erste Obergeschoss erfolgen - am Übungsobjekt in etwa 7 Meter Höhe! Im Inneren ging es darum, möglichst schnell an die verletzten Personen zu kommen. Letztlich blieb nur der Weg direkt durch eine Zwischendecke. Alle Werkzeuge und Materialien wurden mit Arbeitsleinen nach oben durch das Fenster befördert. Erstmals mussten sogar Leiterteile hochgezogen werden um im Inneren das Erdgeschoss zu erreichen. Die patientenschonende Rettung erfolgte anschließen klassisch über die „Schiefe Ebene“.

Vielen Dank an die Stadtverwaltung Zittau für die Bereitstellung des Übungsobjektes – wir werden bald wieder darauf zurück kommen!

Außerdem freuen wir uns immer über Besuch zu unseren Diensten – nicht nur vom THW, auch die Feuerwehren und interessierte Bürger sind herzlich willkommen!

Bilder: E.Stein (1-5), M.Hinke (6+7)


  • Einweisung der Teilnehmer durch Zugführer M.Hinke

  • Aufbau der Wandabstützung

  • die Löcher für die Verankerung in der Wand werden gebohrt

  • die EGS-Konstruktion mal von oben gesehen

  • Fertig - die Abstützung steht

  • Materialtransport ins Obergeschoss

  • Rettung über die schiefe Ebene

Alle zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.




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